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Die Neuropsychologie des Belohnungsglücks

Erfolgreiche Schnäppchenjäger sind einfach glücklicher. Junkies auf ihrem aktuellen und durch psychotrope Substanzen induzierten „High“ allerdings nicht minder. Und der ekstatische Lustrausch, der einen Spieler am Roulette-Tisch förmlich flutet, wenn er mit seiner „Full Number“, respektive seinem „Plein“, plötzlich als der ultimative Gewinner im Rampenlicht des Spielkasinos steht, ist ebenfalls mit nichts anderem zu vergleichen. Dennoch ist all diesen glücklichen Menschen im Rausch des Augenblicks eine grundlegende und absolut vergleichbare neurobiologische Gegebenheit zueigen, wie ein U.S. amerikanisches Wissenschaftlerteam jetzt nachweisen konnte. Denn die mentale Belohnung, die ein Sieg (über wen oder was auch immer) uns schenkt, lässt mehr Hirnzellen aufjubeln, als die Neuropsychologie bislang selbst in ihren kühnsten und feuchtesten Träumen nicht zu ahnen wagte. Lediglich die genialen Grand-Prix-Sieger ABBA mussten so etwas schon gespürt haben, als sie „The Winner takes it All“ melodiös intonierten.

Die Neuropsychologie des Belohnungsglücks

Die Neuropsychologie des Belohnungsglücks

Der Gewinner bekommt alles

Das Alter spielt keine Rolle, das Geschlecht übrigens auch nicht. Ganz egal, ob sich kleine Zocker mit „Stein, Schere, Papier“ messen, oder ob passionierte Onlinespieler sich im interaktiven Modus gegenseitig beharken; es ist stets das Glückshormon Dopamin, das da im neuronalen Hintergrund listig an den Fäden zieht. Und diese Fäden landen allesamt in den großflächig angelegten Belohnungszentren unseres Gehirns, die beim Ausschütten und Einwirken dieses Neurotransmitters der Glücksseligkeit in Bild gebenden Diagnosegeräten wie Christbäume aufleuchten. So viel positive Grundschwingung wirkt natürlich maximal verführerisch und unermüdlich erstrebenswert. Kein Wunder, dass da auch der Rest des Gehirns nicht unbeteiligt abseits stehen will. Und tatsächlich beschränkt sich der süchtig machende Siegesrausch nicht nur auf die ausgewiesenen cerebralen Belohnungszentren, sondern stiftet das gesamte Gehirn zu einer donnernden Laola-Welle an. Das konnte jedenfalls jüngst der Psychologe Timothy Vickery (Yale University, New Haven, USA) empirisch sehr eindrucksvoll belegen.

Erfolg zeugt Nachkommen

Die Evolution hat es darauf angelegt, dass ihre Geschöpfe alles das gerne und immer wieder aufs Neue tun, was den jeweiligen reproduktiven Erfolg zu beflügeln vermag. Das macht Sinn – denn wenn man das, was man tun muss, leidenschaftlich gerne tut, ist man im Leben immer fein raus. Und deshalb ist das Gehirn des Menschen darauf programmiert, Kämpfe siegreich zu überstehen, um fruchtbare Dynastien begründen und erhalten zu können. So mutmaßt jedenfalls Timothy Vickery, der die Gelegenheit dazu hatte, hochmodern erzeugte Gehirnscans auszuwerten. Die freiwilligen Probanden begaben sich zu diesem Zweck nicht nur in die Röhre, sondern auch in ein kompetitives Setting, in dem es etwas zu gewinnen gab. Das eindeutige Resultat: Beim Gewinner tanzt das gesamte Gehirn Samba. Und ruft sofort lautstark nach mehr Desselben.

Was bringt dieser Befund für den Alltag?

Das gute Gefühl, gewonnen zu haben, bringt im Kopf weit mehr in Wallung, als bisher angenommen wurde. Und das wirkt sich nachhaltig positiv auf die Psyche und auf die mentale Fitness aus. Darum sollte jeder nach Kräften solche Situationen aufsuchen, in denen er sich selbst zum strahlenden Sieger machen kann. Das kann die Lust am Spielen sein, aber auch eine gesunde berufliche Leistungsmotivation, die zur Teilhabe an einem anspornenden Wettbewerb befähigt. Dabei ist es grudsätzlich wichtig, dass man sich würdige „Gegner“ aussucht. Zu leicht errungene Siege „knallen“ nämlich nicht.

-Carina Collany-

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17. Februar 2012 Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar