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Lungenkrebs aus dem Streichelzoo?

Wenn starke Raucher an Lungenkrebs erkranken, wird sich darüber wohl kaum jemand wundern. Doch welche Ursachen könnten diesem fatalen Krankheitsbild zugrunde liegen, wenn ein passionierter Nichtraucher davon betroffen wird? Zu dieser Frage werden meist spontan die Schlagworte Passivraucher, Luftverschmutzung oder Staublunge assoziiert. An harmlose freundliche Vierbeiner, die in jedem guten Streichelzoo zum flauschigen Grundrepertoire gehören, wird dagegen wohl niemand denken. Darum ist die bis dato völlig unbekannte Gefahr, sich durch einen regelmäßigen und häufigen Kontakt mit Ziegen eine spezielle Form des Lungenkrebses, nämlich das bronchioloalveoläre Karzinom, zu holen, auch so heimtückisch. Darauf haben jüngst französische Wissenschaftler hingewiesen, die in ihrer entsprechenden Studie höchst beunruhigende Zusammenhänge aufweisen konnten.

Lungenkrebs aus dem Streichelzoo?

Lungenkrebs aus dem Streichelzoo?

Das bronchioloalveoläre Karzinom (BAK)

Hinter diesem medizinischen Zungenbrecher verbirgt sich ein schleichendes Tumorwachstum in der Lunge. Weil dieses Krebsgeschwür so heimtückisch still und leise vor sich hinwuchert, und nicht zum Streuen von Metastasen jenseits seines Nistplatzes in der Lunge neigt, kann es jahrelang unbemerkt bleiben. Darin liegt natürlich eine große Gefahr für den Erkrankten. Denn während dieser Krebs bei frühzeitiger Behandlung eine erfreulich gute Überlebensrate hat, lässt die Prognose im unbehandelten Spätstadium nur wenig bis gar keine Hoffnung aufkommen. Derzeit macht das bronchioloalveoläre Karzinom nach medizinischen Schätzungen zwischen einem und neun Prozent aller dem Arzt vorgestellten Bronchialkrebserkrankungen aus.

Ein Virus als Tatverdächtiger

Da das bronchioloalveoläre Karzinom überwiegend bei Nichtrauchern diagnostiziert wird, kam in Wissenschaftlerkreisen die Frage nach dem bislang verborgenen Verursacher auf. Dabei rückten zunächst ein paar Schafe mit bestimmten Lungenwucherungen ins forschende Blickfeld. Denn die rein medizinisch festzustellende Ähnlichkeit der Symptome bei den an einem Virus erkrankten Schafen mit den menschlichen Krebspatienten war zu hoch, um dem reinen Zufall geschuldet zu sein. Und so schickte sich ein französisches Forscherteam an, den tierischen Verdachtsmomenten auf den Grund zu gehen.

Die Studie

Dr. Nicolas Girard und sein Mitarbeiterteam vom Louis Pradel Hospital im französischen Lyon nahmen insgesamt 44 Patienten mit bronchioloalveolärem Karzinom sowie 132 gesunde Vergleichspersonen genauestens unter die wissenschaftliche Lupe. Die Befragten wurden um detaillierte Angaben hinsichtlich ihres Tabakkonsums, ihrer medizinischen Anamnese und ihrer Nähe zu den in Verdacht geratenen Weidetieren gebeten. Das Ergebnis der deskriptivstatistischen Datenauswertung fiel eindeutig aus: Bei jenen Personen, die berufsbedingt oft und regelmäßig Kontakt zu Ziegen hatten, fand sich ein um Faktor Fünf erhöhtes Erkrankungsrisiko für diese spezielle Form des Lungenkrebses. Dabei zeigten sich Frauen deutlich gefährdeter als Männer, und Nichtraucher stärker betroffen als Raucher. Da liegt die Vermutung auf der Hand, dass insbesondere Ziegen und möglicher Weise auch Schafe als gefährliche Virusüberträger fungieren können, wenn man ihnen zu häufig zu nahe kommt.

Wer als Landwirt oder als Mitarbeiter in einem Zoo regelmäßig zu Ziegen und Schafen in den Stall muss, sollte unbedingt darauf achten, in keinen allzu innigen Kontakt mit den Tieren zu treten. Ein gut sitzender Mund- und Nasenschutz könnte hier auch schon segensreich vorbeugen. Und Eltern, die ihre Kinder vor gesundheitlichen Gefahren bewahren möchten, sollten dem Nachwuchs im Streichelzoo keine allzu freie Hand lassen. Denn Zoonosen können hier überall auf eine günstige Gelegenheit zur krank machenden Entfaltung lauern.

-Carina Collany-

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2. Dezember 2011 Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar