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Hopfen statt Haschisch

Die Niederlande sind den Drogentourismus und seine ebenso illegalen wie gewaltbereiten Schattenseiten inzwischen endgültig leid. Wo früher der kleine Grenzverkehr zu großen Bewusstseinsveränderungen führen konnte, darf inzwischen kein Gras mehr wachsen. Nur noch die niederländischen Staatsbürger selbst können weiterhin im gesetzlich geregelten Rahmen und im einladend einschlägig duftenden Coffeeshop dem süßen Rauch zungenmild zusprechen. Wer nun darüber nachdenkt, sich zu diesem Behufe einen nagelneuen niederländischen Pass zuzulegen, dem sei gesagt, dass die hierfür zu überwindenden immensen Hürden nichts für Menschen ohne Geduld und ohne Frustrationstoleranz sind. Doch wer seine Nase beizeiten in ein kluges Buch gesteckt hat, der weiß, dass es auch ohne Anstrengungen, und dazu noch völlig gesetzeskonform, durch buchstäblich berauschendes Wissen zu mentalen Zuständen der Entzückung kommen kann. Dem deutschen Reinheitsgebot sei Dank.

Hopfen statt Haschisch

Hopfen statt Haschisch

Was vereint Messdiener mit Kiffern und Biertrinkern?

Lustige Frage, verblüffende Antwort: Der gemeinsame Nenner heißt Tetrahydrocannabinol, auch unter dem Kürzel THC bestens bekannt. Dass sich diese begehrte psychotrope Substanz in den Dolden der weiblichen Cannabispflanze bildet und attraktiv ansammelt, gehört nicht nur in gut sortierten Headshops zum anregenden Allgemeinwissen. Deutlich weniger weit verbreitet ist dagegen das heilpflanzliche Wissen, dass auch der gemeine Hopfenzapfen, wie ihn der Freund des reinen Gerstensaftes schätzt und liebt, in dieser weltentrückenden Hinsicht einiges an wirksamen Inhaltsstoffen anzubieten hat. Nicht umsonst gebraucht man Hopfenzapfen in hochreiner Apothekenqualität in Teekannen oder Kräuterkissen zur Behandlung allgemeinen Unwohlseins, zum Vertreiben von Schlaflosigkeit, zum Auflösen innerer Unruhe oder zur Lösung von Angstzuständen. Auch als Räucherwerk sind getrocknete Hopfenzapfen zum erholsamen Entspannen und zum mentalen Abschalten umfassend in regem Gebrauch. Und das Stichwort „Räuchern“ leitet nahtlos zu den Usancen in katholischen Kirchen über. Denn wenn das Weihrauchfässchen deftig qualmend über die in Demut gottesdienstlich versammelten Schäfchen geschwenkt wird – was dringt da wohl über den geweihten Rauch durch die Nasen direkt in die Hirne der Frommen? Da darf jetzt jeder, der mag, drei Mal raten. Oder auf einmal eine berauschende Erleuchtung erreichen. Oder das Buch „Opium fürs Volk“ zur Hand nehmen und daraus staunen lernen, dass jeder gut ausgebildete Drogenhund in Anwesenheit von Weihrauch sofort pflichtbewusst anschlagen würde. Ganz zu schweigen von der botanischen Tatsache, dass Hanf und Hopfen auf pflanzlicher Ebene aufs engste miteinander verwandt sind (Familie der Cannabaceae). Warum hätten sonst die Engländer auch Anno Tobak getrockneten Hopfen ganz genau so wie Opium geraucht? Die wussten damals auch schon, was gut knallt, ohne das Auge des Gesetzes zum triefenden Tränen zu bringen.

Ja wenn das so ist, dann könnte ich ja ganz einfach und absolut legal …

Ganz recht: In die Apotheke gehen, sich dort eine großzügige Menge getrockneter Hopfenzapfen kaufen, und zu Hause ganz geschmeidig losräuchern. Oder als Hopfenpflücker auf einer der zahlreichen Hopfenplantagen im In- oder Ausland anheuern und sich über die dann schon bald ausbrechende Hopfenpflückerkrankheit freuen. So lange in Deutschland das Bierbrauen (noch) nicht unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, dürfte diese sanft berauschende Alternative durchaus zur Beruhigung so manch erhitzten Gemütes beitragen. Das ist alternative Kräutermedizin in ihrer wahrhaft anarchischsten Form. Peace!

-Milla Münchhausen-

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13. Mai 2012 - Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

3 Kommentare »

  1. OK Leute, bitte nicht mehr anrufen – das hier ist das besagte Buch der ungeahnten Möglichkeiten:

    Opium fürs Volk: Natürliche Drogen in unserem Essen [Taschenbuch]
    Andrea Fock (Autor), Jutta Muth (Autor), Monika Niehaus (Autor), Udo Pollmer (Autor, Herausgeber)

    Kopfkochtopfgrüße von Milla

    Kommentar von Milla Münchhausen | 13. Mai 2012 | Antwort

  2. tatsächlich ist es so, dass sich die holländer hier ein ziemlich dämliches eigentor geschossen haben. seit deutsche hier nicht mehr kaufen dürfen, blüht nämlich dort allerorten wieder der kriminelle schwarzmarkt – sehr zum leidwesen aller friedliebenden anwohner. jetzt wird wieder überall gedealt und finstre gestalten quatschen passanten in einkaufsstraßen an. ob das im endeffekt so gewollt war, darf bezweifelt werden. die leidtragenden holländer jedenfalls finden das nicht wirklich lustig.

    Kommentar von Anonym | 15. Mai 2012 | Antwort

  3. Wieder mal die Kurzsichtigkeit bei politischen Entscheidungen. Wo das doch sonst unsere Bundesregierung für sich gepachtet zu haben scheint…

    Kommentar von Peter | 15. Mai 2012 | Antwort


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