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2012 – Ein gefährliches Jahr für Luxusliner?

Das Mittelmeer galt noch bis vor kurzem vielen Freunden ausgiebiger Ferien am und im Wasser als heiteres, fröhliches und vor allem auch sehr sicheres Gewässer. Doch diese urlaubsfreudige Unschuld dürfte zusammen mit dem Unglücksschiff „Costa Concordia“ untergegangen sein. Während noch über die lebensgefährlichen mentalen Aussetzer des italienischen Kapitäns und seiner vermutlich ziemlich ungeübten Beatzung gemutmaßt wird, fällt Kennern und Insidern spektakulärer Schiffsunglücke ein ganz anderer Tatbestand auf, über den nicht diskutiert und spekuliert werden muss. Denn viele Regal-Meter auf der ganzen Welt sind mit Sachbüchern und wissenschaftlichen Dokumentationen gefüllt, die zweifelsfrei belegen, dass jedes schwimmende Stück Stahl jederzeit im Meer versinken kann, sobald die Götter des Auftriebs nicht mehr ihre schützende Hand darüber halten. Und nicht nur Physiker, sondern auch Anhänger paranormaler Erklärungsversuche haben derzeit in Sachen nautischer Katastrophen Hochkonjunktur. Denn wir schreiben das Jahr 2012 – und die Iden des April, die vor genau 100 Jahren grausame Geschichte geschrieben haben, kommen erst noch.

2012 - Ein gefährliches Jahr für Luxusliner?

2012 - Ein gefährliches Jahr für Luxusliner?

2012 minus 100 = Anfang und Ende einer Legende

Am 14. April 1912, zu ziemlich fortgerückter Abendstunde, machte die bis dato als unsinkbar gepriesene „Titanic“ eine recht einschneidende Bekanntschaft mit einem Eisberg. Das Unheil, welches anschließend seinen grausamen Lauf nahm, und die über 1000 Leben, die in dieser Nacht triumphierender Hybris ein ebenso eiskaltes wie jähes nasses Ende fanden, haben seit dem die Betrachter bestürzt und die Historiker auf Trab gehalten. Als die tödlich verwundete „Titanic“ in den ersten Stunden des 15. April 1912 ihren aussichtslosen Kampf gegen die Kräfte der Physik endgültig verlor, gebar sie in der gleichen Sekunde einen Mythos, dessen Faszination bis heute ungebrochen ist. Das ist jetzt 100 Jahre her. Und spirituell interessierte Menschen stellen im Angesicht der heuer havarierten „Costa Concordia“ die Frage, ob die See dieses runde Jubiläum zum willkommenen Anlass genommen hat, sich neue opulente Opfergaben zu holen.

Welche Parallele gibt es zwischen der „Costa Concordia“ und der „Titanic“?

Entgegen der allgemein geläufigen und vielerorts kolportierten Fehlinformationen war der Kapitän der „Titanic“, Edward John Smith, nicht wirklich eine Zierde seines Berufsstandes. Im Laufe der Jahre hatte er durch seine unbesonnene und unentschlossene Art, zur falschen Zeit die falschen Entscheidungen zu treffen, schon so manches gute Schiff versenkt. Insoweit war es nicht die beste aller Entscheidungen, ihn für seinen allerletzten Job zur See auf die Brücke der „Titanic“ zu beordern. Heute weiß man durch wissenschaftliche Untersuchungen und Computersimulationen sehr genau, dass Kapitän Smith in jener rabenschwarzen Nacht viel zu schnell unterwegs war, dass er nach der Eisbergsichtung völlig falsche Fahrmanöver befohlen hat, und dass er nach der Kollision so ziemlich alles falsch angeordnet hatte, was man nur falsch anordnen kann. Die Tatsache, dass er zusammen mit dem Schiff, das er selbst auf dem Gewissen hatte, untergegangen ist, ändert leider nichts an dem Faktum, dass er selbst als der Mörder von etwa 700 der über 1000 getötenen Menschen angeklagt werden muss.

Auch der Kapitän der „Costa Concordia“ glänzte nicht gerade mit professionellem Weitblick, als er das riesige Schiff gefährlich nahe an die unbarmherzigen Felsen steuerte. Insoweit hat der Faktor des menschlichen Versagens auf der ganzen Linie einmal vor 100 Jahren und einmal heute je ein stolzes großes Schiff ins Verderben gerissen. Man muss nicht unbedingt abergläubisch sein, um hier einen rabenschwarzen Jahrestag zu erkennen. Oder in Cineastensprache formuliert: „Titanic T100“.

Kreuzfahrtschiffe haben gewiss ihren Reiz. Ob man den aber ausgerechnet im 100sten Todesjahr der „Titanic“ auskosten sollte?

-Carina Collany-

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26. Januar 2012 - Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

1 Kommentar »

  1. Bram Stoker („Dracula“) ist fast auf den Tag genau mit der Titanic gestorben …

    Kommentar von Martha | 29. Januar 2012 | Antwort


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