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Hypersexualität – Na und?

Immer mal wieder liest oder hört man von Prominenten, die aufgrund ihrer Sexsucht zuerst privat persönliche und dann öffentlich gesellschaftliche Probleme bekommen haben. Entlarvt und bloß gestellt kriechen sie dann als reumütige Sünder vor den klickenden Kameras zu Kreuze, um sich anschließend in eine hoffentlich heilsame Therapie zu begeben, in denen ihnen der allzu große Spaß am ewigen Lustspiel der Geschlechter nachhaltig ausgetrieben werden soll. So geschah es beispielsweise Partyluder Lindsay Lohan, Akte-X-Agent David Duchovny, Cabaret-Star Liza Minelli, Geisterjäger und Murmeltierbändiger Bill Murray, Skandal-Rapper und Bambinator Bushido, Wall Street Magnat Michael Douglas, R’n’B-Sänger Usher, Rolling Stone Ron Wood und, nicht zu vergessen, dem perfekten Golfball-Einlocher Tiger Woods. Doch kann man (oder frau) überhaupt zu viel Sex wollen? Wie viel ist denn eigentlich zu viel? Und wer maßt es sich an, darüber zu urteilen?

Hypersexualität - Na und?

Hypersexualität - Na und?

Gesteigertes sexuelles Verlangen

Unter dem Aktenzeichen F52.7 führt die „Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ in ihrer 10. Revision (ICD-10) in der Version 2011 unter dem Punkt „Gesteigertes sexuelles Verlangen“ die weibliche Form (Nymphomanie) und die männliche Form (Satyriasis) allzu heftig gelebter Erotomanie auf. Ohne hier in die Details gehen zu müssen, spricht allein die Tatsache, dass allzu viel Leibeslust als Krankheit gewertet wird, sehr deutlich für sich. Offensichtlich gibt es sozial anerkannte Maßstäbe dafür, wie oft sich bei Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher unterhalb der Gürtellinie etwas (er)regen darf. Und diese pikante Formulierung weist absichtlich darauf hin, dass die hierbei zur Anwendung kommenden Normensysteme höchst subjektiv und durchaus beliebig sind.

Wie viel ist zu viel? Und bei wem?

Lebt in unseren Breiten ein Pärchen in treuer monogamer Eintracht zusammen, dann wird das leidenschaftliche Bekenntnis, die Finger einfach nicht voneinander lassen zu können, lediglich ein wohlwollend verständnisvolles bis zustimmend neidisches Lächeln erzeugen. Ganz anders und ungebremst abwertend fällt die gesellschaftliche Reaktion jedoch aus, wenn sich exakt derselbe permanente Appetit auf Sex auf möglichst viele Lustspielgefährten erstreckt. Dann muss sich die selbstbewusst mit Lust agierende Frau auch schon mal als moralisch verkommene Nymphomanin betiteln lassen (wenn nicht Schlimmeres), während dem ständigen Schürzenjäger das Label des DonJuanismus aufgeprägt wird. Allenfalls kann ein Mann hier noch mit dem freundlichen James-Bond-Bonus rechnen. Als sittlich verwerflich gilt aber auch sein Lebenswandel allemal. Daraus lernen wir, dass gelebte Erotomanie nur dann „schlimm“ ist, wenn sie mit Promiskuität einhergeht. Diese anachronistische Argumentation entbehrt für frei geborene und selbstbestimmte Persönlichkeiten jedweder Logik. Ist es nicht an der Zeit, diese alten Zöpfe abzuschneiden?

Ist das nicht krank?

Krank ist, worunter die Betroffenen und/oder ihre Bezugspersonen und ihre sonstigen Sozialpartner spürbar leiden. Wo es weder hüben noch drüben auch nur den mindesten Leidensdruck gibt, sollte man also auch nicht von Krankheit sprechen. Oder anders gewendet: Wenn sich ein Mensch mit seiner prallen Leibesfreude gut fühlt, und auch die Gefährten Spaß an der Freud haben, dann sollte niemand dazu ermächtigt sein, den moralinsauren Zeigefinger zu erheben. Empfindet der Erotomane seine überbordende Sexualität allerdings selbst als quälend, dann – und nur dann! – sollte ein einfühlsamer Therapeut mit ins Boot genommen werden.

Fazit

Lebt Euer Leben lustvoll und tollkühn, aber tut nichts, was Euch oder anderen schadet. Dann ist alles gut.

-Carina Collany-

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9. Januar 2012 - Posted by | Uncategorized | , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

1 Kommentar »

  1. Wenn man keinem anderen schadet heißt das aber nicht das man sich vielleicht nicht doch schadet? Das ist genau das gleiche wie bei Alkohol und Drogen…nur weil man es alleine in seiner Wohnung macht heißt es nicht das es nicht lebensgefährlich sein könnte

    Kommentar von Matthias | 19. Februar 2013 | Antwort


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